Neuer Plan A – Teil 2


Möglichst häufig arbeiten — Aktuell nehme ich jeden Job an, um möglichst viele Einnahmen zu generieren, damit ich zum Start meiner kleinen Weltreise ein dickes Polster habe für schlechte Zeiten. Mindestens 5 Tage die Woche war ich als Trainer und Promoter unterwegs, wenn es sich ergab dann auch gerne mal 7 Tage pro Woche. Selbstständigkeit ist sowohl Fluch als auch eine Chance, man kann übermäßig viel Arbeiten und so auch mehr verdienen. Die steuerlichen Folgen dürfen nicht vergessen werden und man sollte sich selbst auch nicht vergessen, immerhin ist so meine Woche mit 60 – 70 Stunden Arbeit und Sport belegt. Es ist für mich positiver Stress, ich arbeite auf ein Ziel hin und es ist bereits sehr nahe, zeitlich betrachtet.

Organisatorische Aufgaben — Um diese Reisen auf diese Art zu tätigen, erfordert es einige bürokratische Erledigungen. Jeder weiss das man nicht einfach in den Flieger einsteigen kann ohne sich um Reisepass, Visum oder ähnliches gekümmert zu haben. Für mein Vorhaben bräuchte ich speziellere Aufenthaltstitel, da ich nicht nur 2 Wochen Urlaub machen möchte, sondern möglichst lange Vorort bleiben möchte und auch arbeiten möchte. Um nicht irgendwann auf meiner Reise auf Probleme zu stoßen, welche ich dann nicht mehr beseitigen kann, suchte ich mir eine Agentur die sich auf solche Vorhaben spezialisiert hat. Somit sollten die bürokratischen Hürden keine ernsthaften Probleme darstellen.

Ein weiteres organisatorische aber auch finanzielles Problem ergab sich durch meine aktuelle Tätigkeit. Als Arbeitnehmer hätte sich das Abhauen etwas leichter gestaltet. Als selbstständiger Arbeiter muss ich nun auch ein Polster aufbauen für Steuerberaterkosten und für die anfallenden Steuerforderungen. So ergibt sich schnell eine stolze Summe die ich benötige um wirklich abhauen zu können. Steuersumme und Reisekosten ergaben einen Wert der einem netten neuen Mittelklasse Mercedes entsprachen. Aber mit 6 – 7 Arbeitstagen pro Woche und Sparmaßnahmen wäre es möglich, ich habe zuvor bereits immer etwas zur Seite gelegt für die zu erwartenden Steuerzahlungen.

Rückkehr zum alten Plan A?

Eingeplant habe ich es, nach der Umsetzung des neuen Plan A wieder auf den eigentlichen Lebensplan den ich mir ausgetüftelt habe zurückzukehren. Immerhin wollte ich mein Studium nutzen und in der Gesellschaft aufsteigen. Die Versuchung ist da, den neuen Plan A hinzuschmeißen und den deutschen Traum wieder zu verfolgen. Viele andere Absolventen und Bekannte starten Karrieren, erarbeiteten sich schöne Dinge, das habe ich natürlich Wahrgenommen. Ich isolierte mich ja nicht von der Welt, der Welt welcher ich für befristete Zeit entkommen will, aber ich lebte ja aktuell noch in ihr. Reisen, Luxus und Karrieren werden in den Social Media Portalen offen zur Schau gestellt, dem konnte und wollte ich mich ja auch nicht verschließen. Da ich auch aktuell eine art Karriere machte, mit dem einzigen Ziel den neuen Plan A zu finanzieren, musste ich vielen Versuchungen widerstehen. Kleinere Reisen oder kleinere Ausgaben für nicht relevante Produkte vermied ich so gut es ging, wohingegen alle anderen ungezügelt lebten. Meine Arbeitszeit war höchstwahrscheinlich deutlich höher als bei anderen, mein Verdienst dementsprechend nicht schlecht, aber ich arbeitete für ein Ziel von denen die meisten nichts wussten und auch keiner außer mir es sehen konnte. Mindestens ein Jahr würde das so weitergehen, ein ganzes Jahr keine Erfolge die die Außenwelt wahrnehmen würde. Und auch ich selbst sah nur die Zeit dahingehen und wie ich mich langsam aber sicher dem finanziellen Startziel näherte, keine Erfolge wie ich sie bisher definiert hätte. Bei Treffen und Gesprächen konnte ich immer nur sagen was ich plane und was ich aktuell tat, was aber nicht zu Anerkennung führte, jeder fand es cool und interessant. Aber da ich noch weit entfernt bin von der wirklichen Umsetzung, waren Gespräche über meinen Plan und meine temporärere Karriere immer sehr kurz und unbefriedigend für mich. Sehr schnell begann ich es zu verheimlichen und mich nur noch auf mich und das Ziel zu fokussieren, sonst würde ich diesen Plan höchstwahrscheinlich hinwerfen oder stark verändern.

Nachdem ich meinen neuen Plan A abgeschlossen habe, würde ich zu meinen alten Lebensplan zurückkehren. Auch wenn ich mir oft nicht ganz so sicher war, ob ich das wirklich so umsetzten würde, bleibt das vorerst der Plan. Ich bin zwar etwas enttäuscht das ich ja bereits bei der Umsetzung des deutschen Traums gescheitert bin, aber dies lag an äußeren Faktoren. Diese werden später anders aussehen und dann lässt sich mein Lebensplan eventuell fortführen, dort wo ich jetzt eine kurzweilige Unterbrechung eingelegt habe. Bestärkt wurde dies von den Fortschritten anderer, ehemalige Kommilitonen die erfolgreich eine Karriere gestartet haben und nun auch bereits erste Etappen erklimmen die ich in meinem Lebensplan angepeilt hatte. Verfolgen konnte ich das in den sozialen Netzwerken oder man sprach über die erarbeiteten Reisen und die neusten Anschaffungen wenn man sich mal traf. Das was ich auch bereits erreicht haben wollte. Aber ich behielt mein Ziel und meine Disziplin bei, es wird ja nur ungefähr ein Jahr dauern bis ich endlich auch etwas präsentieren könnte.

Etwas in meinen Gedankengängen veränderte sich, was vor allem durch andere selbstständige Menschen und deren Erfolge befeuert wird. Ein Angestellter kann nur aufsteigen wenn das Unternehmen ihm das zugesteht und somit sind berufliche, sowie finanzielle Aufstiegsmöglichkeiten sehr begrenzt und durch ein System festgelegt. Was auf selbstständige weitestgehend nicht zutrifft, hier gibt es selten ein System was vorgibt wann man aufsteigt oder wann man mehr verdient. Es hängt von einem selbst ab, auch zu einem gewissen Teil von den jeweiligen Marktbegebenheiten. Man hat die Chance in wenigen Minuten eine riesige Menge Umsatz zu machen, wenn man das richtige zur richtigen Zeit macht. Das wiederum ist aber auch das Risiko, welches ein Angestellter nicht in dieser Art hat. Es machte das selbstständige Arbeiten für mich zu einer zukünftigen Option, wenn ich hier eine realistische Erfolgsmöglichkeit finden sollte, dann würde ich diese dem Angestelltenleben vorziehen. Es gibt so viele Möglichkeiten auf selbstständiger Basis Erfolg zu haben, da müsste ich irgendwo reinpassen. Gedanklich entfernte ich mich immer weiter von meinem alten Lebensplan, aber das war kurzfristig auch nötig, denn mein neuer Plan A ist das Gegenteil von meinem Lebensplan. Ob ich später wieder auf den Lebensplan zurückkehren könnte bleibt erstmal offen. Vielleicht ergibt sich ein neuer Weg und ich reisen immer weiter und kehre nie wieder zurück.

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